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Was ist eigentlich „schönes“ Deutsch?

Ich hatte das große Glück, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der es Erwachsenen wichtig war, Kinder mit Geschichten und Büchern zu versorgen. Im Radio liefen um 19.00 Uhr Gute-Nacht-Geschichten und jeden Samstag präsentierte ein beeindruckender, charismatischer Schauspieler im ORF eine Büchersendung, die den wundervollen Titel: „Fortsetzung folgt nicht …“ trug. Hier wurden Bücher vorgestellt und Kinder und Jugendliche zum Lesen animiert. Was soll ich sagen? Es hat funktioniert! Fand ich ein Buch, das mir gefiel, verschlang ich es.

Für die Abenteuer im Kopf sorgten neben diesen wundervollen Programmen auch zahlreiche Hörspiele und Erzählung im Kassettenformat. Wie wunderbar war es, diesen Stimmen und Geräuschen zu lauschen. Und genau das hat meine Liebe zur deutschen Sprache geprägt: Geschichten, Erzählungen, Märchen. Von Menschen mit Herz, Verstand und viel Engagement interpretiert und in die Welt hinausgetragen.

Vielleicht würde ich aus diesem Grund auch Deutsch als eine feine Sprache, mit vielen Facetten bezeichnen. Schönes Deutsch spielt meines Erachtens mit Wörtern, lässt sie fliegen, sich verwandeln, um sie dann, im geeigneten Moment, so einzusetzen, dass das Gesagte sitzt – quasi Hand und Fuß hat.

Gerne möge man seinen eigenen Senf dazu geben, aber ich verhandle, diskutiere, tröste, lache und liebe in dieser komplexen, ganz wunderbaren Sprache – und genau dafür wurde sie meines Erachtens auch gemacht. Jetzt kann man argumentieren: „Wie jede andere Sprache auch!“ – Und trotzdem meine ich, dass man all das besonders schön in „Deutsch“ machen kann.

An dieser Stelle auch der vielleicht wichtigste Punkt: Schönes Deutsch ist Deutsch, das es dir ermöglicht, deine Persönlichkeit zu präsentieren, deiner Kommunikation eine persönliche Note zu geben – gleichgültig, ob du minimalistisch geprägt bist und schnell auf den Punkt kommst oder ob du die blumige, ausschweifende Note bevorzugst.

Hier sei mir auch noch eine Bitte erlaubt: Lerne Grammatik und Vokabular und verstehe sie als ein Konstrukt, dass diese Spracherlebnisse sicher stützt. Nimm dir aber auch die Freiheit, deinen eigenen, persönlichen Ausdruck zu finden und mache dein Deutsch zu einem authentischen, zu dir passenden Ausdrucksform.

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